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Ja! zur Verbundschule



 

-> 5 GUTE GRÜNDE GEGEN DIE GESAMTSCHULE IN BORCHEN <-

Liebe Borchenerinnen und Borchener,
liebe Schülerinnen und Schüler,

seit einiger Zeit schwelt leider auch in unserer Gemeinde der Streit um das Schulsystem mit Zukunft. Die über weite Strecken ideologisch geführte Debatte hat leider dazu beigetragen, dass auch das Ansehen und der Ruf unserer Altenauschule in Mitleidenschaft gezogen wurde. Wir als FDP haben uns von Anfang an der Debatte nicht verschlossen, sondern stets mit Sachargumenten gegen die Forderung, unsere Verbundschule in eine Gesamtschule umzuwandeln, diskutiert.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Kehrtwende der SPD seit den Kommunalwahlen 2009. Noch ein Jahr zuvor hatte ihr Fraktionsvorsitzender Jürgen Schmidt die Verbundschule Altenauschule als attraktiv und zukunftssichernd angepriesen - wollte davon aber ein Jahr später nichts mehr wissen. Und das, nachdem sich auch die SPD mehr als 15 Jahre für die Einführung einer solchen Schulform in Borchen eingesetzt hat!
Näheres dazu, unterlegt mit Protokollauszügen, erfahren Sie auf S. 4 der Haushaltsrede 2011. >_klick_<

Unsere Argumente möchten wir natürlich nicht zurückhalten, sondern offen darlegen und so die Öffentlichkeit informieren, warum wir zu der Verbundschule Altenauschule in ihrer jetzigen Form stehen. Diese Argumente wurden auch in der Veranstaltung mit der Bezirksregierung, welche von der Gemeinde durchgeführt wurde, in der Form vorgebracht. Die Bezirksregierung verhält sich in Sachen der Schulplanung übrigens völlig neutral und überlässt es komplett den Gemeinden vor Ort, ihren Weg zu finden. Die Aufgabe der Bezirksregierung besteht lediglich in der Information hinsichtlich Schülerzahlen bzw. -potential und der Beratung über die rechtlichen Voraussetzungen der verschiedenen Schulformen.

Für uns kristallisierten sich v.a. fünf Gründe heraus, warum wir eine Gesamtschule für unsere Gemeinde ablehnen:


1. Schülerpotential

Die Berechnungen der Gemeinde, aber auch der Bezirksregierung zeigen es: Die Gemeinde Borchen hat für eine Verbundschule auf Jahre hinweg ausreichende Schülerzahlen.
Die vom Bürgermeister vorgebrachten Zahlen entsprechen laut Bezirksregierung zwar dem allgemeinen Trend in NRW, passen aber nicht für die Gemeinde Borchen.
Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass die neu entstehenden Baugebiete neue Schüler in die Gemeinde bringen.

Es hat sich dabei aber auch noch etwas anderes offenbart:
Unsere Gemeinde wird voraussichtlich noch nicht einmal die Mindestschülerzahl, die für eine Gesamtschule notwendig wäre, erreichen. Wir sind auch weit entfernt von den 150-160 Schülern, die Dr. Garbe, ein Gutachter, der den Kreis Paderborn und mehrere Kommunen in Sachen Schule berät, als Grundmenge für eine Gesamtschule empfiehlt. Borchen erreicht nicht einmal 120!

Hierbei ist auch die Entwicklung in der Stadt Paderborn und im gesamten Kreisgebiet zu berücksichtigen. Dort entstehen auch neue Schulen, die sich auf Borchener Schülerzahlen auswirken könnten und in direkter Konkurrenz stehen.

Von den Schülern, die auf der Gesamtschule anfangen, machen ferner nicht alle Abitur. Man darf eher davon ausgehen, dass ein Großteil mit einem Haupt- oder Realschulabschluss die Schule verlassen will. Die Altenauschule Borchen vermittelt dabei Haupt- und Realabschlüsse, die entgegen dem vermeintlichen Landestrend in der Wirtschaft hoch angesehen sind - der sehr hohe prozentuale Anteil an den Borchener Schulabgängern mit Ausbildungsplatz in der Tasche belegt dies!
Und viele Realschüler gehen auch Richtung Paderborn auf die dortigen Berufskollegs, um dort das Abitur mit fachlicher Ausrichtung abzulegen.

Gehen wir daher von einer Oberstufe mit 40 bis 50 Schülern aus, so fragt man sich zu Recht, wie dort ein Unterricht, der einer Oberstufe und dem Abitur gerecht werden soll, stattfinden wird!
Wir können uns dabei nicht darauf verlassen, wie viele Schüler unter Umständen aus Lichtenau nach Borchen kommen wollen.
Mit so einer kleinen Anzahl ist ein qualitativ erforderlicher Unterricht nicht machbar. Der eine möchte gerne einen Leistungskurs in Geschichte, der nächste in Physik, Französisch, Spanisch, Chemie, Biologie, Erdkunde, Sozialwissenschaften...dies ist mit einer solch kleinen Anzahl an Schülern nicht darstellbar!
Die Folge ist: Die Schüler steigen nach der 6. Klasse größtenteils in Busse und fahren Richtung Paderborn, um mit den dortigen Gesamtschulen Kooperationskurse zu bilden.
Gerade DAS sollte doch aus Sicht der Gesamtschulbefürworter vermieden werden, das Abitur sollte eigentlich IM ORT machbar sein!

Wunsch und Realität klaffen dabei meilenweit auseinander. Der Borchener Einzugsbereich ist zu klein, die eigenen Schülerzahlen geben eine Gesamtschule nicht her.


2. Arbeit der Altenauschule

Die Altenauschule in ihrer jetzigen Form leistet eine hervorragende Arbeit. Sogar außerhalb unseres Gemeindegebiets fragen Eltern von Grundschulkindern explizit nach der Möglichkeit, ab der 5. Klasse die Altenauschule besuchen zu können.

Gerade diese Schulform der Verbundschule ist das Geheimnis dieses Erfolges!
Was die wenigsten wissen: Auch in Klasse 5 und 6 erfolgt dort eine gemeinsame Beschulung in den meisten Fächern, so dass individuell auf den Förderbedarf der Kinder eingegangen werden kann. Dies ist auch in der Schulphilosophie verankert. Zudem steigt die Durchlässigkeit - so sind mehrere Hauptschüler in Angleichungskursen für die Realschule.

Sowohl die Schulkonferenz wie auch die Eltern haben sich mehrfach eindeutig für den Erhalt der Altenauschule als Verbundschule ausgesprochen und in den Umfragen die hervorragende Arbeit herausgestellt und gelobt.

Und noch ein "Mythos" ist falsch:
Die Möglichkeit das Abitur abzulegen ist nicht verbaut! Die meisten Realschüler gehen nach Abschluss der Altenauschule an Paderborner Berufskollegs und verfolgen dort die weiter gehenden Bildungsabschlüsse.

Daneben ist die gute Arbeit der Altenauschule auch in der Wirtschaft anerkannt - es haben sogar mehr Haupt- als Realschüler einen Ausbildungsplatz in der Tasche! Von einer "Bildungswüste" kann somit in keinster Weise die Rede sein!

Leider versuchen die Gesamtschulbefürworter gezielt, die Altenauschule in ihrer jetzigen Form als "zukunftslos" zu brankdmarken und kaputt zu reden, verunsichern damit die möglichen neuen Schülerinnen und Schüler und wollen sich damit scheinbar selbst den Bedarf nach einer Gesamtschule schaffen. Ein solches Vorgehen ist bedauerlich und verantwortungslos - und die soeben dargestellten Argumente beweisen das Gegenteil der Behauptungen!


3. Schulexperimente auf Kosten der Schülerinnen und Schüler

Die Altenauschule, die Elternschaft und die Schulkonferenz haben sich strikt gegen die Einrichtung einer Gesamtschule ausgesprochen. Auch haben bei der Kommunalwahl weder der Bürgermeister noch die Parteien, die dies fordern, eine ausreichende Mehrheit erhalten.

Aus Sicht der Schulleitung, aber auch vieler Experten fördert ein längeres bzw. auf der Gesamtschule durchgehendes gemeinsames Lernen nicht die Qualität, sondern überfordert vielmehr die Schülerinnen und Schüler immens. Schlechtere Schüler werden schlichtweg überfordert und nicht ihren Interessen, Neigungen und Fähigkeiten entsprechend unterrichtet und gefördert. Denn eine Gesamtschule soll auf das Abitur vorbereiten und hat das Ziel, die Schüler in die Obersutfe zu führen - und nicht etwa, diese zu guten  und dringend benötigten Handwerkern oder Angestellten zu machen!
Bessere Schüler hingegen werden allzu schnell unterfordert und schöpfen ihr Potenzial nicht aus.

Es kann nicht die Philosophie unseres Bildungssystems sein, dass jedermann(frau) Abitur machen muss. Auch abseits von Studium und Hochschule eröffnen sich in vielen Bereichen hoch angesehene und gut bezahlte Tätigkeitsfelder und unsere Gesellschaft ist zwingend darauf angewiesen, auch hierfür Fachpersonal, Facharbeiter und gut ausgebildete Kaufleute, Handwerker usw. vorhalten zu können!

Auch die Schulstruktur an der Altenauschule dürfte zerbrechen, so die große Befürchtung der Schulleitung.
Denn neben der Haupt- und Realschule als Verbundschule müsste dann auch noch organisatorisch eine Gesamtschule gleichzeitig an der Altenauschule eingerichtet, verwaltet und durchgezogen werden. Dies ist aus Sicht der Schule in keiner Form darstellbar.
Das heißt aber auch, dass unter diesem organisatorischen Hindernis die gesamte Qualität leiden wird und der gute Ruf, die mühsam herausgearbeitete und oben aufgezeigte Position der Altenauschule höchst gefährdet ist!


4. Verbundschule als "neues Modell mit Zukunft"

Die Befürworter der Gesamtschule versuchen durchgehend, die zahlreichen und vernünftigen Gründe, mit denen eine Gesamtschule abgelehnt wird, als "ewig gestrig" darzustellen. Dabei hat die gesamte Gemeinde Borchen mehr als 15 Jahre für die Einführung einer Verbundschule gekämpft - auch und vor allem die SPD! Noch im August 2008, als die Altenauschule startete, bezeichnete die SPD dies als Sicherung des attraktiven Schulstandorts in Borchen, ein lange gehegter Traum ginge endlich ein Erfüllung! (Mehr dazu, mit Protokollbelegen, finden Sie ab S. 4 der diesjährigen Haushaltsrede .
>_klick_<


Die Verbundschule wurde als neue Möglichkeit der Schulorganisation gerade im ländlichen Raum erst vor ein paar Jahren im Schulgesetz verankert. Sie sieht vor, dass Haupt- und Realschulen (womöglich aber auch erweitert um Gymnasien oder Gesamtschulen) unter einem organisatorischen Dach zusammengefasst und damit Synergieeffekte genutzt werden. Unsere Gemeinde hat gezeigt, dass es sich für die Gemeinden, die frühzeitig die Courage aufbrachten, hierauf zu setzen, mehr als gelohnt hat!
Denn anders als viele Kommunen in unserer Nachbarschaft brauchen wir die Schließung einer Haupt- oder Realschule in unserer Gemeinde nicht zu fürchten.

Die Gesamtschule hingegen lässt sich schon fast über Jahrhunderte zurückverfolgen, ist damit mitnichten der "neue Heilsbringer".
In Niedersachsen wurde sie vom damaligen Ministerpräsidenten als "gescheitert" beurteilt - und dies war kein CDU-Mann, sondern der heutige SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel!

Nach dem 2. Weltkrieg wurde diese Schulform in der DDR umgesetzt, woraufhin man sich in Westdeutschland den Namen "Gesamtschule" ausdachte um sich begrifflich vom SED-Regime abzugrenzen. Inhaltlich waren die Schulen jedoch durchaus vergleichbar konzipiert - was auch einen Blick auf das zugrunde liegende Menschen- und Gesellschaftsbild verdeutlicht!

Auch im Zuge der 68er-Bewegung erhielt die Gesamtschule neuen Aufwind. Doch trotz jahrzehntelanger besonderer Förderung, gerade in NRW durch die rote, später die rot-grüne Landesregierung (Gesamtschulen wurden finanziell wesentlich besser ausgestattet als bspw. Gymnasien und die rechtlichen Hürden für deren Errichtung wurden stets sehr niedrig gehalten) hat sich diese Schulform nie flächendeckend durchgesetzt.

Erst im Wege der G8-Reformen und dem Wegfall des 9. Gymnasialjahres erlebte die Gesamtschule eine Wiedererweckung - denn dort konnte man sich für das Abitur noch 9 Jahre Zeit lassen. Der Druck, der durch den Wegfall des einen Jahres am Gymnasium entstand, wurde leider noch nicht vollständig durch eine konsequente Anpassung der Lehrpläne ausgeglichen, so dass die Anmeldezahlen für eine Gesamtschule stiegen. Insgesamt liegen diese aber noch immer weit hinter den Gymnasien zurück!


5. Kosten

Redet man über neue Schulformen, redet man auch zwangsweise über Kosten. Dabei dürften diese kein allzu großes Argument darstellen, geht es doch um die Zukunftschancen unserer Kinder.

Dennoch muss bei einer umfassenden Würdigung der Argumente hierauf eingegangen werden.
Die Altenauschule hat bereits eine angespannte Raumsituation. Eine Einrichtung einer Gesamtschule würde demnach massive Investitionen nach sich ziehen, die die Gemeinde komplett selbst tragen müsste. Erforderlich wären neue Fachräume, Aufenthaltsräume und Schulräume. Auch eine vergrößerte Mensa dürfte nötig sein.

Wie oben aufgezeigt, dürfte eine erfolgreiche Gesamtschule aber schon an den benötigten Schülerzahlen scheitern. Die Gefahr besteht demnach, dass sich die Gemeinde Borchen eine Art "Bauruine" schafft, die nicht mehr genutzt wird.

Nutzen wir das Geld lieber für die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit, für das Anbieten weiterer Qualifikationsmöglichkeiten und neuer Kurse für die Altenauschule!

Denn gerade das kann doch niemand wollen:

Anstatt in Kinder und deren Zukunft in Beton investieren?

 





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